Nanotechnologie

Chancen nutzen – Risiken ernst nehmen

Experten gehen davon aus, dass die Nanotechnologie ähnlich tief greifende Veränderungen wie die moderne Telekommunikation im Leben der Menschen auslösen wird. Fortschritte erwarten Wissenschaftler beispielsweise im Bereich der Medizin, wo mit Nanotechnologie eines Tages Krebstherapeutika gezielt zu Tumorgeweben geschleust werden könnten. Auch im Bereich der Werkstoff- und Materialforschung werden große Wissens- und Technologiesprünge erwartet. Die Nanotechnologie imitiert dabei oftmals die Natur. Die hat nämlich in den vier Milliarden Jahren ihrer Entwicklung verblüffende Lösungen für viele wichtige Fragestellungen auf Nanoebene gefunden. Unbestreitbar besitzt die Nanotechnologie daher großes Potential, das Leben der Menschen umweltverträglich zu verbessern.

Als rohstoffarmes Land ist Deutschland darauf angewiesen, auf Basis von Spitzenforschung neue Technologien zur Marktreife zu entwickeln. Voraussetzung dafür ist, dass es eine breite Akzeptanz für Erforschung und Entwicklung dieser Technologien gibt. In der Vergangenheit kam es bei anderen Zukunftstechnologien, etwa der „grünen Gentechnik“, zu emotional begründeten Ablehnungen, die dazu führten, dass Deutschland heute in diesen Bereichen den Anschluß an die Weltspitze verloren hat. Das darf bei der Nanotechnologie nicht erneut passieren.

Um den potentiellen Risiken, die mit der Verwendung von Nanotechnologie einhergehen und die unbestreitbar bestehen, adäquat zu begegnen, bedarf es eines kontinuierlichen Dialogs zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Aufsichtsbehörden. Potentielle Risiken müssen so früh wie möglich identifiziert und durch wissenschaftliche Begleitungforschung konkretisiert werden. So können Schäden schon im Ansatz minimiert werden. Die „NanoKommission“ der Bundesregierung hat in diesem Bereich bereits Pionierarbeit geleistet, die auch zukünftig fortgesetzt werden muss.

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