Luftreinhaltung/Feinstaub

„There‘s something in the air tonight“
Anthropogene Schadstoffemissionen sind seit jeher ein Problem von Produktions- und
Fertigungsprozessen. Bereits im Jahr 150 n. Chr. war der Rauch aus den Öfen von Glasmachern im alten Rom derart belastend, dass die Glasmacher gezwungen wurden, ihre Werkstätten in die Vororte Roms zu verlegen. Mit der industriellen Revolution und der Entdeckung des Verbrennungsmotors nahm die Luftschadstoffkonzentration rapide zu. Seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts gibt es weltweit ein wachsendes Problembewusstsein für die negativen gesundheitlichen Effekte schadstoffbelasteter Luft. In der Folge wurden zunehmend politische Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität ergriffen. Die moderne Gesetzgebung zielt auf grenzüberschreitend koordinierte Grenz- und Zielwerte ab, um die Freisetzung bzw. den Eintrag von Schadstoffen über die Luft auf ein Maß zu reduzieren, das „keine erheblichen negativen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt hat“, so die Europäische Kommission in ihrer thematischen Strategie zur Luftreinhaltung.
Technischer Fortschritt und marktwirtschaftliche Instrumente
Liberale Umweltpolitik setzt bei der Verbesserung der Luftqualität vor allem auf marktwirtschaftliche Instrumente zur Internalisierung der durch Schadstoffemissionen verursachten Kosten sowie auf Anreizregulierung zur Beschleunigung des technologischen Fortschritts. Zudem hat liberale Umweltpolitik den Anspruch, bei den Ursachen von Schadstoffbelastungen anzusetzen und nicht nur deren Symptome zu kurieren. Aus diesem Grund stehen Liberale der Einführung von Umweltzonen skeptisch gegenüber. Diese sind aufgrund der oftmals maßgeblichen Hintergrundbelastung, die durch den Eintrag von Kleinstpartikeln aus bis zu 1000 km Entfernung entsteht, und unter Abwägung der zugemuteten Einschränkungen und des fragwürdigen Nutzens meist nicht gerechtfertigt.